Ein optimaler Ablauf des Alltags in der Praxis, wirtschaftlicher Erfolg und zufriedene Patienten – dafür tragen eine Praxismanagerin oder ein Praxismanager entscheidend Verantwortung. Neben der Arbeit an der Rezeption und Patientenannahme gehören auch die Hygiene, die Organisation der Patiententermine, Abrechnungen, Verwaltungsaufgaben und Bürotätigkeiten zum Tätigkeitsfeld im Praxismanagement.

Die Praxismanagerin oder der Praxismanager nehmen dem Arzt oder anderen Therapeuten dadurch viel organisatorische Arbeit ab und sorgen dafür, dass diese sich auf die medizinische Tätigkeit konzentrieren können.

Was verdient eine Praxismanagerin/ein Praxismanager?

Das Gehalt kann sehr verschieden ausfallen und individuell ausgehandelt werden. Nur in teilstationären oder stationären Einrichtungen gelten – je nach Tarifbindung der Klinik – feste Eingruppierungen. In Arztpraxen werden keine gesetzlichen Vorgaben bezüglich des Gehaltes gemacht. Nach der Tarifgruppe IV des Tarifvertrags für medizinische Fachangestellte sollte die oder der Praxismanagement-Verantwortliche im ersten Berufsjahr ca. 2.000 Euro brutto erhalten.

Mit steigender Berufserfahrung sind Gehälter bis 2.600 Euro möglich. In sehr kleinen Praxen werden häufig geringere Gehälter gezahlt, etwa 1.900 bis 2.400 Euro. Üblich sind Vollzeitstellen oder Dreiviertelstellen, bei welchen sich das Einkommen entsprechend der verringerten Stundenzahl reduziert.

Welche Aufgaben hat eine Praxismanagerin/ein Praxismanager?

Eine Praxismanagerin oder ein Praxismanager entlasten Ärzte und Therapeuten. Dabei sind Sie für das Terminmanagement und die Koordination der Behandlungen verantwortlich. Sie geben Leistungen in das Abrechnungssystem ein und kontrollieren deren Buchung. Zum Praxismanagement gehört auch das Controlling, d.h. ein Durchführen der Quartalsabrechnungen und die Verwaltung privater Leistungen. In der Praxis bearbeiten Sie Korrespondenzen mit Krankenkassen und Patienten, etwa Gutachten, Anträge und Anfragen der Kostenträger. Sie sind Ansprechpartner für Kollegen aus anderen Praxen oder Kliniken und beantworten deren Nachfragen. Eine Praxismanagerin oder ein Praxismanager sind ebenso wichtige Kontaktpersonen für Patienten. Sie nehmen Patienten auf, lesen Daten von der Chipkarte ein, führen Beratungsgespräche zu möglichen Leistungen durch, besprechen die Abläufe mit Patienten und helfen bei Fragen sowie Problemen weiter.

Viele medizinische Einrichtungen und Praxen sind nach berufsspezifischen Normen und Vorgaben zertifiziert. Dieser erfordern ein Qualitätsmanagement, welches die Arbeit in der Praxis strukturiert. Dafür müssen im Praxismanagement Qualitätsmanagement-Handbücher und Ablaufpläne entwickelt werden, welche die Praxismanagerin oder der Praxismanager anfertigen oder aktualisieren. Zu den Aufgaben der Praxismanagerin/des Praxismanagers kann auch die Personalverwaltung gehören. Hierunter fallen die Akquise von Mitarbeitern (Veröffentlichen von Stellenausschreibungen, Entgegennehmen von Bewerbungen), die Betreuung der Mitarbeiter sowie die Organisation von Weiterbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen. Auch Teammeetings oder Mitarbeitergespräche organisieren Sie im Praxismanagement. Sie planen die Urlaube der Angestellten ein, koordinieren diese mit den Patiententerminen und planen Events (Feierlichkeiten, Jubiläen).

Weitere Aufgaben im Praxismanagement sind die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing. Sie pflegen etwa die Homepage der Praxis oder kümmern sich um Werbeanzeigen oder die Aktualisierung von Werbematerialien entsprechend den gesetzlichen Vorgaben für medizinische Bereiche. Sind Reparaturen oder Bestellungen notwendig, dann kümmern Sie sich um deren Abwicklung.

Die Fortbildung zum Praxismanagement

Die Möglichkeit zur Weiterbildung im Praxismanagement bieten heutzutage viele Fachhochschulen und Institute an. Es gibt Präsenzlehrgänge und Fernstudiengänge. Neben Tages- und Wochenendkursen werden berufsbegleitende intensive Weiterbildungen angeboten. Diese richten sich häufig an Personen mit medizinischer Vorbildung, etwa Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen. Möglich ist weiterhin eine duale Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, die als dreijähriger Ausbildungsberuf in Kooperation zwischen der Berufsschule und einer Gesundheitseinrichtung stattfindet.

Inhalte der Ausbildung können betriebswirtschaftliche Aspekte im Praxismanagement sein, etwa Controlling, steuerliche Überlegungen und die Praxisorganisation. Sie lernen Wichtiges zur Praxisinventur, zum Ablauf von Sprechstunden und zum Terminmanagement. Die Ausbildung zur Praxismanagerin vermittelt Ihnen Wissen zu den Themen Leistungsdokumentation, Kassenabrechnungen, IGEL-Leistungen, der Gebührenordnung sowie zum Qualitätsmanagement. Behandelt werden die Gesprächsführung mit Patienten, das Personalmanagement, Rechtsvorschriften und Richtlinien in der ambulanten Gesundheitsversorgung. Zudem erfolgt eine Einführung in die EDV-Anwendungen in einer Praxis. Die Ausbildungen oder Lehrgänge können je nach Bildungseinrichtung unterschiedlich dimensioniert sein.

Lohnt sich eine Fortbildung zur Praxismanagerin/zum Praxismanager?

Durch die Ausbildung im Praxismanagement erhalten Sie eine hohe fachliche Kompetenz. Sie werden umfassend mit den verschiedenen Teilbereichen Ihrer späteren Arbeit vertraut gemacht und befähigt, in Praxen, Tageskliniken oder ambulanten Einrichtungen wichtige organisatorische Aufgaben zu übernehmen. Die beruflichen Chancen sind gut, denn im Gesundheitswesen sind qualifizierte Mitarbeiter gefragt, die Therapeuten und Ärzte entlasten. Die zunehmenden organisatorischen Anforderungen der ambulanten Versorgung machen die Unterstützung durch eine Praxismanagerin oder einen Praxismanager für viele Behandler erforderlich. Wichtig ist aber auch, dass Sie eine gewisse Stresstoleranz erwerben und eigenverantwortlich handeln können, um den Herausforderungen im Praxismanagement gewachsen zu sein.